Unsere Schülerpraktikantin Vera, die bald ein Auslandsjahr in China absolvieren wird, hat sich etwas in der isolierten Welt des Social Webs in China umgesehen und dazu einen kleinen Blogbeitrag geschrieben. Viel Spaß beim lesen!
Weil ich bald ein Auslandsjahr in China machen werde, habe ich mich ein bisschen über das chinesische Netz, das Facebook Verbot und die Zensur dort informiert.
Seit Facebook 2004 von Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Mark Zuckerberg veröffentlicht wurde, ist es eines der weltweit meistgenutzten sozialen Netzwerke und zählt mittlerweile über 1 Milliarde Mitglieder.
Und trotzdem gibt es einen großen Teil der Weltbevölkerung der Facebook nicht nutzt.
Vor allem in China ist Facebook zwar bekannt, kann jedoch nicht genutzt werden, da es von der chinesischen Regierung seit Juli 2009 gesperrt ist.
Viele Chinesen umgehen jedoch die so genannt „große chinesische Mauer“ (Firewall), nutzen Facebook über Proxyserver und täuschen so vor in einem anderen Land zu sein.
Doch auch das chinesische Netz hat viele verschiedene soziale Netzwerke, die unseren sehr ähnlich sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist „The Renren Network“, das Facebook von Anwendungen und Gestaltung sehr ähnlich ist. Dennoch gibt es einige Unterschiede, wie zum Beispiel die Angabe der Religion oder des Beziehungsstatuses, die es bei Renren nicht gibt. Oder die Anzeige der Besucher der eigenen Seite , die dem Nutzer bei Facebook nicht angezeigt wird.
Außer Renren gibt es auch viele andere mit Linked In oder YouTube vergleichbare Angebote. Einige der beliebtesten in China sind zum Beispiel QQ(QZone), The Renren Network, Pengyou und Douban. Das im Moment mit 300 Millionen Nutzern meist genutzte soziale Netzwerk ist Weibo, ein Forum auf dem viele der Chinesen die meiste Zeit verbringen. Zudem ist Weibo eine der wichtigsten Informationsquellen, da viele der öffentlichen Nachrichten im Fernsehen, etc. durch die Regierung zensiert werden.
Das Sperren von Facebook dient dazu, das weitergeben von Daten zu verhindern und die Möglichkeit der negativen Meinungsäußerung zu unterbinden, da sie die soziale Sicherheit gefährdet. Außerdem hat die Regierung die Kontrolle über Daten die an andere weitergegeben werden, wie zum Beispiel wichtige Ereignisse die China negativ darstellen könnten, nicht im chinesischen Internet zu finden sind. Wenn man dort nach den “drei großen T”, also Tibet, Taiwan und alles was mit dem Tiananmenplatz zu tun hat, suchen würde, so würde man dort nichts finden. Auch als in China nach der Friedensnobelpreisverleihung an Liu Xiaobo viele Solidaritätsbilder von leeren Stühlen hochgeladen wurden, wurden diese nach wenigen Tagen durch die Behörden gelöscht.Diese warden jedoch auf Facebook weiterhin veröffentlicht, so wie eine eigene Seite des Dalai Lama, der dort über 1.000.000 Freunde hat.
Wenn Facebook in China also erlaubt wäre so würde es in China mehr als einmal gegen das Gesetz verstoßen. Außerdem bieten Seiten wie Facebook, Youtube, etc. Anonymität und so kann Kritik gegenüber der Regierung ausgeübt werden. Durch das sperren dieser Seiten sollte die chinesische Regierung politisch gestärkt werden, doch dies brachte die Chinesen erstmals in Kontakt mit der Zensur und führte zur allgemeinen Unzufriedenheit.
Zudem ist das chinesische Netz oft sehr langsam und es gibt viele Einschränkungen durch die “große chinesische Mauer” (Firewall) und
oft umgehen viele Chinesen die Sperre, veröffentlichen jedoch nichts was gegen die Regierung sprechen könnte. Doch weil im chinesischen Netz oft nur Chinesen unterwegs sind, verlieren viele der Seiten wie Kaixin001 an Attraktivität und warden oft nur noch zum Spielen von Onlinespielen verwendet.
Meine nächste Berichterstattung erfolgt live aus China und ich freue mich schon auf eine interessante Zeit!