Christian Ehl

Googleberg – Kann Social Media Monitoring die Zukunft vorhersagen?

von am 12. Mai 2011

Der Abschlussbericht der Uni Bayreuth zur Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg ist da! Ist damit die Plagiatsaffäre und mit ihr auch Googleberg abgeschlossen und vergessen oder hat er jetzt erst wieder eine Chance auf Rückkehr? Wir haben versucht durch Social Media Monitoring die Zukunft vorherzusagen.

Das Social Web birgt eine enorme Macht in sich. Das haben spätestens die gesellschaftlichen Umstürze der letzten Zeit gezeigt, bei denen Massendemonstrationen in sozialen Netzwerken organisiert und so Regime gestürzt wurden. Über Microblogs wie Twitter werden in ‘real-time’ Informationen an die gesamte Welt gesendet, in Foren und über Facebookseiten können sich Gruppen in unglaublichen Geschwindigkeiten und Mengen formieren. Durch Social Media Monitoring eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, Meinungen der breiten Bevölkerung zu solchen Ereignissen einzufangen. Bei so viel Wandel, bei so viel Fortschritt, bei dieser Geschwindigkeit kommt irgendwann die Frage auf: Eignet sich das Monitoring nicht vielleicht sogar noch zu viel mehr als der reinen Analyse des Vergangenen oder der tagesaktuellen Geschehnisse?

Wir haben diese Frage in Bezug auf Karl Theodor zu Guttenberg einmal genauer erläutert. Mit Hilfe unseres Partners ALTERIAN wurde der Zeitraum vom Dezember 2010 bis zum 13. April 2011 auf den Suchbegriff „Guttenberg“ untersucht. Unsere Annahme: Wenn bei unserem Monitoring eine steigende Tendenz bei der Anzahl der Diskussionen um ein Comeback und zu Guttenberg mit positivem Sentiment auftaucht, ist das dann ein eindeutiger Indikator für sein tatsächliches Comeback – quasi eine fundierte Zukunftsprognose?

Bei der Untersuchung ließen sich mehrere Ausschläge in dem Konversationsvolumen verzeichnen: Afghanistan und Gorch Fock wurden natürlich von der Plagiatsaffäre und dem einhergehenden Rücktritt zu Guttenbergs am 1. März noch weit übertroffen, wie man den Statistiken entnehmen kann.

Die Schlagworte zu einem möglichen Comeback führten hingegen nur zu einer geringen Menge an Suchresultaten. Zudem fanden die meisten Comeback-Spekulationen auf „Media Type Other“ statt, oder besser gesagt: auf Newsseiten. Der Hype um eine Wiederkehr von Herrn zu Guttenberg wurde also hauptsächlich von den Medien hervorgerufen, doch die Bevölkerung hält sich mit Forderungen seit den nur wenig unterstützten Pro-Guttenberg Demos Anfang März stark zurück. Zudem war das Sentiment der Diskussionen über den gesamten Untersuchungszeitraum eher negativ als positiv.

Nach unseren Ergebnissen kann von einem möglichen Comeback von Karl Theodor zu Guttenberg in naher Zukunft also nicht die Rede sein.

Aber wenn wir eins in der Vergangenheit gelernt haben, dann das: Schon ein kleiner Impuls kann genügen, um die Internetgemeinde in Aufruhr zu versetzen und eine neue Welle in den Sozialen Netzwerken auszulösen!

Wir monitoren also weiter und wer weiß, vielleicht sagen wir euch dann doch schon bald die Zukunft voraus!?

 

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